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UNIVERSITY

LIBRARY

Buch- Nr ywv

Glassen-Nr. ad Pkt. III des Biblioth.-Plans

Grnndb.-Nr. Seite

Wissensch.- Hauptfach r Abtheilung Z#

Kasten- Nr. Fach ~~~

Karten und Pläne Tabellen

Zeichnungen, Bilder

Atlas, Pläne in Schuber hiezu (wo ?)

Wievieltes Exemplar . Zuwachs Nr .Z

Supplement

zu den

Herausgegeben

von der

Direction des k. und k. Kriegs-Archivs.

Wien 1898

Verlag von L. W. Seidel & Sohn

k. und k. Hof-Buchhändler.

Geschichte

der

K und K. WEHRMACHT.

Die Regimenter, Corps, Branchen und Anstalten von 1618 bis Ende des XIX. Jahrhunderts.

Bearbeitet

von

Major Alphons Freiherrn von Wrede.

I. BAND.

Wien 1898

Verlag von L. W. Seidel & Sohn

k. und k. Hof-Buclihändler.

Druck von -Josef Roller Comp.. Wien.

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Pro gramm des Werkes.

Digitized by the Internet Archive in 2016

https://archive.org/details/geschichtederkunOOwred

Die Direction des k. und k. Kriegs-Archivs hat, um einem oft ge- äusserten Wunsche entgegenzukommen, die Bearbeitung eines Werkes unternommen, an dem es der Armee, trotz mehrfacher Anläufe, bisher vollständig gefehlt hat und dessen sie, schon im Hinblicke auf eine inten- sivere Pflege ihrer eigenen ruhmreichen Traditionen, nicht weniger aber als eines nicht wohl zu entbehrenden Behelfs bei kriegshistorischen Studien, endlich vielfach selbst zu directen dienstlichen Zwecken gleichwohl bedarf. Es ist dies eine Art von ,, Entwicklungsgeschichte der k.undk. Wehrmacht” vom Ausbruche des 30jährigen Krieges bis zur jetzigen Zeit, in welcher alle Truppenkörper und Theile des Heeres, auch die nicht mehr be- stehenden, bezüglich ihrer seinerzeitigen Errichtung, Ergänzung und ihrer weiteren Schicksale einer kurzen, aber übersichtlichen und vollkommen authentischen Schilderung unterzogen werden.

Während die im Jahre 1800, also vor fast 100 Jahren erschienene ,, Geschichte der haiserlichen Kriegsvölker” , herausgegeben von dem damaligen Buchhändler Gr äff er , welche ähnliche Ziele verfolgte, nicht nur vollständig veraltet und vergriffen ist, sondern wegen der Unvollständigkeit des ihrem Verfasser zur Verfügung gestandenen historischen Quellenmaterials schon zur Zeit ihres Erscheinens der Vollständigkeit und Verlässlichkeit entbehrte, behandelten die im Jahre 1880 begonnenen ,, Gedenkblätter aus der Kriegs- geschichte der k. k. Armee” von A. Grafen Thürheim nur die kriegerischen Leistungen der damals bestandenen Truppenkörper und auch diese nur in den Feldzügen des laufenden Jahrhunderts. In beiden Werken endlich haben zumeist nur die Haupt -Waffengattungen eingehendere Würdigung gefunden, wogegen die zahlreichen, im Laufe der letzten 280 Jahre auf- gelösten Regimenter und Formationen, sowie viele Theile (Behörden, Anstalten, Branchen) des Heeres überhaupt entweder gar nicht oder nur sehr ungenügend berücksichtigt worden sind.

Die vorliegende Publication wird aus der Geschichte jedes ein- zelnen Regiments (Bataillons u. s. w.) Daten über die Errichtung und die nachgefolgten wichtigeren Veränderungen, über die Friedens-Garnisonen, die Namen der Regiments- (zweiten) Inhaber, der Regiments- (Bataillons-) Commandanten, der vor dem Feinde gefallenen höheren Officiere enthalten; ferner die Schilderung der mitgemachten Feldzüge mit nominativer An- führung jener Officiere, welche sich besonders ausgezeichnet, beziehungs- weise kaiserliche Orden und Auszeichnungen erhalten haben ; endlich eine Uebersicht der von der Mannschaft in den einzelnen Feldzügen erworbenen

VIII

Tapferkeits-Medaillen, sowie die Adjustierung (charakteristische Abzeichen) in den verschiedenen Zeiträumen. Dasselbe gilt bezüglich der Landwehren beider Reichshälften (Landsturm u. s. w.), wobei, gewissermassen als Vorgeschichte der Entwicklung derselben, eine kurze Schilderung der früher bestandenen „Landes - Vertheidigungs - Institutionen” ihren Platz findet.

Was speciell die aufgelösten Regimenter betrifft, so wurden sämmtliche seit dem Jahre 1618 aufgestellten und seither wieder aufgelösten Regi- menter, Grenadiere, leichte Bataillone, Erei-Corps etc. etc., auch wenn selbe, wie es oft der Pall, nur einen Bestand von einem bis zwei Jahren hatten, aufgenommen.

Der Inhalt wird sich daher gliedern, wie folgt:

I. BAND.

Uebersickt aller Kriege, an welchen Truppen der k. und k. Wehrmacht seit dem Jahre 1618 theilgenommen. Die Entwicklung des Heerwesens in den Ländern des Hauses Habsbiu-g.

Fuss-Truppen : I. Infanterie. Das kaiserliche Fussvolk, Organisation und Einrichtung der kaiserlichen Regimenter zu Fuss (Infanterie-Regimenter), die Chargen und ihre Obliegenheiten, Aufbringung und Ergänzung: die Infanterie- Regimenter Nr. 1 102; die bosnisch-hercegovinischen Infanterie-Regimenter Nr. 1—4.

II. Jäger-Truppe. Organisation u. s. w.; die 4 Regimenter Tyroler Kaiser-Jäger, die Fekl-Jäger-Bataillone Nr. 1 32.

II. BAND.

Aufgelöste Fuss-Truppen: Infanterie-Regimenter, Grenadier- Bataillone, Leichte Truppen (Infanterie- und Grenz -Frei -Corps. Frei- willigen-Abtheilungen, Jager-Bataillone [Corps] und sonstige aussergewöhnlicke Formationen [Triester Territorial-Miliz, Cordons-Bataillone u. s. w.j).

Besondere Truppenkörper: (Frei-Compagnien, Garnisons-Regimenter und Bataillone, Stabs -Truppen).

Mieth-Regimenter und Regimenter im kaiserlichen Solde.

III. BAND.

Cavallerie : Organisation im Allgemeinen, sowie der einzelnen Reiter- gattungen u. s. w. Die Dragoner-Regimenter Nr. 1 15; die Husaren- Regimenter Nr. 1 16; die Uhlanen-Regimenter Nr. 1 13.

Aufgelöste Regimenter: Arquebusiere, Cürassiere, Carabiniers, Dragoner. Chevauxlegers, Croaten und Husaren, Jäger zu Pferde. Leichte Truppen: Frei-Corps, Freiwilligen-Abtlieilungen u. s. w.

Besondere Truppenkörper: (Frei-Compagnien. Stabs-Truppen).

Mieth-Regimenter und Regimenter im kaiserlichen Solde.

IV. BAND.

Artillerie: Organisation u. s. w.; Feld-Artillerie, die Artillerie-Brigaden: aufgelöste Formationen (die alten Regimenter 1 5, das Bombardier-Corps, Fehl - Zeugamt und Feld - Artillerie - Handlanger - Corps. Artillerie - Füsilier- Bataillon, Raketeur- [Feuerwerks-] Corps. Küsten- Artillerie-Regiment .Festungs- Artillerie. Technische Artillerie. Die Anstalten des Artillerie-Zeugs- wesens (die früheren Garnisons-Artillerie-Districte).

Die Pionnier-Truppe : Organisation u. s. w., die Pionnier -Bataillone Nr. 1 15. Das Eisenbahn- und Telegraphen-Regiment. Anstalten des Pionnier-Zeugswesens, der Genie-Stab und Militär-Baudienst.

- IX

Bestandene Formationen. Ingenieur-Corps, Mineur-Corps, Sappeur-Corps, Pontonnier-Corps, die Pionnier-Bataillone (später Pionnier-Corps, endlich -Regi- ment), die Genie-Bataillone (-Regimenter), dasFlottillen-Corps, Oberst-Schiff-Amt.

Die Train-Truppe : Die Train - Regimenter Nr. 1 3; frühere bestandene Formationen (die Rosspartei, das Fuhrwesen-Corps).

Die Sanitäts-Truppe.

Die Gestüts-Branche.

V. BAND.

Landes-Vertheidigung. Aeltere Institutionen. Aufgebote in den Erb- landen, Landwehr von 1809, die ungarische Insurrection, Landes - Vertheidigung in Tyrol.

Militär-Grenze (hiebei die Geschichte der bestandenen Grenz-Regimenter Nr. 1 18 [14], des Czaikisten-Bataillons) u. s. w.

Die Landwehren seit 1868: k. k. Landwehr (Fuss-Truppen, berittene Landwehr-Truppen), die k. ung. Landwehr (Fuss-Truppen, k. ung Landwehr - Cavallerie, die bestandenen Mitrailleusen - Abtheilungen), die Landes-Ver- theidigung in Tyrol und Vorarlberg.

Der Landsturm. Der k. k. Landsturm, der k. ung. Landsturm, der Land- sturm in Tyrol und Vorarlberg mit dem Schiessstandwesen; sonstige für Land- sturmzwecke bestimmte militärisch organisierte Körper und Institute.

Die Sicherheits -Truppen. Gendarmerie-Commanden (bestandene Gen- darmerie-Regimenter, Serezaner-Corps), Gendarmerie-Corps für Bosnien und Hercegovina, Militär-Polizei-Wachcorps, Wachcorps für Civil-Gerichte in Wien, die bestandenen Militär-Grenz-Cordons-Abtheilungen.

VI. BAND.

Der Allerhöchste Oberbefehl. Die Militär-Kanzlei u. s. w., die Leib- garden (k. ung. Kronwache).

Militär-Behörden. Reichs-Kriegs-Ministerium und dessen Hilfsorgane, Landes-Vertheidigungs-Ministerien, Corps- und Mihtär-Territorial-Commanden, der Hofkriegsrath, die bestandenen Landes - General-, dann General- und Militär-Commanden u.s. w., Militär-Local-Behörden, die Generalität, der General- stab, die General- und Flügel-Adjutanten (der General-Q.uartiermeisterstab, das bestandene Adjutanten-Corps), der Armeestand (die bestandeneKanzlei-Branche), die Militär-Gerichtsbehörden (historische Skizze des Justizwesens, die Auditore), die Militär-Seelsorge.

Heeres-Anstalten. Militär-Bildungs-Anstalten (Entwicklung des Unter- richtswesens, die bestandenen Regiments-, dann Unter- und Ober-Erziehungs- häuser, Schul-Compagnien, Cadetten-Institute u. s. w.). Kriegs-Archiv. Militär- geographisches Institut (das Ingenieur-Geographen-Corps). Garnisons-Transport- häuser. Monturs -Verwaltungs-Anstalten. Militär -Verpflegs- und Betten-Magazine (Skizze des Verpflegs- und Rechnungswesens überhaupt, Militär-Kriegs-Com- missariat, Oberst-Proviantamt). Militär-Intendanz, Truppen-Rechnungsführer- Officiers-Corps. Remonten-Depöts und Assent-Commissionen. Anstalten des Sanitätswesens (Spitäler, Medicamenten-Depöts, Garnisons-Apotheken, Militär- Bade- und Heil-Anstalten), das ärztliche Officiers-Corps, Militär-Invaliden- häuser (das Versorgungswesen im Allgemeinen). Militär-Straf- Anstalten (die bestandenen Disciplinar-Compagnien).

REGISTER -BAND.

Nebst dem Verzeichniss aller in dem Werke vorkommenden Eigennamen, noch das Verzeichniss aller vor dem Feinde gefallenen Generale und Oberste und das Verzeichniss der sämm fliehen Generale des Heeres seit 161S.

Inhalt.

I. Band.

Seite

Uebersicht aller Kriege, an welchen Truppen tler k. und k. Wehrmacht seit dem Jahre 1618 theilgenoinmen 1

Die Entwickelung des stehenden Heeres in den Ländern des Hauses Habsburg 11

Die Fuss-Truppen.

1. Infanterie 27

Das kaiserliche Fussvolk 29

Organisation uncl Einrichtung der kaiserlichen Regi- menter zu Fuss (Infanterie-Regimenter).

1618—1619 38

1650—1705 31

1705-1710 37

1710-1769 10

1769—1805 11

1805 16

1806-1815 17

1816-1818 48

1848—1859 49

1859 1866 53

1866—1883 51

1883-1897 57

Die Chargen und ihre Obliegenheiten.

A. Personen des Stabes 60

a) Höhere Ofiiciere 60

b) Personen der Stabs-Aemter (Regiments-Stab), welche im

Officiers-Range stehen 69

c) Ofiiciere in besonderen Verwendungen 75

d) Sonstige Personen der Stabs-Aemter (des Regiments-Stabes) 75

B. Chargen der Compagnie (des Fähnleins).

ol Ober-OffLciere der Prima-plana 80

6) Personen der kleinen Prima-plana 83

c) G-emeine Kriegsleute 85

C. Die verschiedenen Cadetten-Systeme 89

1). Die Institution der Einjahrig-Freiwilligen 91

Aufbringung und Ergänzung.

Das Söldnerwesen 94

Das Waldstein’sche Werbe-System 91

Werbe-System 1619 1718 95

Werbe- und Ergänzungs-Systeme 1718 1765 (1771) 98

XIV

Seite

Die Reichs -Werbung 100

Einführung der Conscription, Werb-Bezirks-System 1771 (1781 1

1804 101

Conscriptions-Normale 1804 104

Recrutierungs-Normale 1827 1852 . . 105

Reserve-Statut 1852 108

Heeresergänzungs-G-esetz 1858 1868 108

Wehrgesetz 1868(1889) 1897 109

Die Infanterie-Regimenter Nr. 1—102. Infanterie-Regiment Nr. 1

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163

173

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198

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217

224

282

240

249

256

264

270

277

281

291

299

305

315

323

330

337

345

352

359

366

374

383

390

393

401

407

416

425

428

435

438

443

452

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465

470

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Infanterie-Regiment Nr.

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99 100 101 102

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502

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561

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605

606

607

608 610 611 612

613

614

Die bosniscli-liercegovinisciie Infanterie.

Organisatorische Entwickelung 617

Die bosnisck-kercegovinischen Infanterie-Regimenter Nr. 1 4.

Bosnisch-hercegovinisches Infanterie-Regiment Nr. 1 . . . . 623

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II. Die Jäger-Truppe.

Entwickelung und innere Organisation 629

XVI

Seite

1808—1848 631

1848—1859 633

1859—1866 634

1866—1880 635

1880—1883 636

1883—1897 637

Die Chargen und ihre Obliegenheiten 638

Ergänzung 640

Ausbildung 641

Die Tyroler Kaiser- Jäger.

Das Tyroler Jäger-Regiment (1816 1895) 645

Tyroler Kaiser -Jäger-Regiment Nr. 1 652

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i) •) » j) j) 3 659

1) V 1 663

Die Feld- Jäger-Bataillone Nr. 1 32.

Feld-Jäger-Bataillon Nr. 1

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673

676

679

681

684

687

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693

696

700

702

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711

713

715

717

719

721

722

724

726

728

730

732

Verzeichniss aller in diesem Bande vorkommenden Infanterie- (Jäger-1) Regimenter nach den Namen der jeweilig früheren und gegenwärtigen Inhaber, oder sonstiger Benennung

XVII -

Erklärung der Abkürzungen.

Bezeichnung der Chargen und Truppenkörper.

Gul.-Lt. = General-Lieutenant. FM. = Feldmarschall.

FZM. = Feldzeugmeister.

G. d. C. = General der Cavallerie. GM. = General -Major.

GFWM. = General-Feldwachtmeister.

IR. = Infanterie-Regiment. Jäg.-R. = Jäger-Regiment.

B.-h.lR. = Bosnisch-hercegowinisclies FJB. Feld-Jäger-Bataillon. Infanterie-Regiment.

Inländische Orden

MTO. (-C., -GK.) = Militär - Maria- Theresien - Ordens - Ritter (Com- mandeur- Grosskreuz) .

LO. = Leopold-Orden.

EKO. (1. 2. 3.) Orden der Eisernen Krone 1. 2. oder 3. Classe.

FJO. = Franz-Joseph-Orden.

MVR. = Militär- Verdienstkreuz.

KD. = Kriegs- Decoration.

und Decorationen.

GGVK. = Goldenes) geistliches Ver- SGVK. = Silbernes) dienstkreuz.

GVK. = Goldenes) T7- ,,

or/r o-u > Verdienstkreuz.

SVK. = Silbernes)

m. cl. Kr. = mit der Krone.

GCEM.{1. 2.3.) = Goldene Civil- Ehren- Medaille 1. 2. oder 3. Classe (für Aerzte).

Quellen-Bezeichnung.

K. A., F. A. 1696, I, 14. = Kriegs-Archiv, Feld-Acten 1696, Fascikel I (Januar) Nr. 14. (Eventuell nähere Bezeichnung durch „Niederlande (Haupt-Armee)” 1792 u).

-tt \ tt t.t t-> „.nn t> . -d i m ) Kriegs -Archiv, 1698, Protokolle des K. A., H. K. R. 1698, Prot. Reg. Fol. 24. = I tt j?i ,i D ■’ . ,

i? p l qc Hotkriegsraths, Registratur (Expedit)

’• ^xp.roi. Jb._j - Seite

K. A.. H. K. R. 1729. Fol. 260 Exp. (Reg.). Actendes Hofkriegsraths Monat

Februar. Nr Expedit (Registratur).

K. A., H. K. R. 1759 16 (74) 26. = Acten des Hofkriegsraths 1759, Rubrik 16 (74), Monat April Nr. 96.

K. A.. H. K 1784 (1809) G. (B.) Nr. 3600. = Acten des Hofkriegsraths, Depar- tement G. (B.), Nr. 3600.

K. A., Memoiren, XXII, 15. = Kriegs- Archiv, Memoiren Gruppe XXII, Nr. 15.

Geschichte der k. und k. Wehrmacht. I. Bd.

-

*

Uebersicht aller Kriege

an welchen

Truppen der k. und k. Wehrmacht seit dem Jahre 1618

theilgenommen.

Geschichte der k. n. k. Wehrmacht. I. Bd.

1

Kriegsjahr 1618 :

1619.

1620 :

1621:

1622 :

1623 : 1624 :

1625 :

1626 :

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1627: 1628: 1629 :

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1633: 1634: 1635: 16' 6:

1637:

1638:

1639:

1640:

1641:

1612:

1643:

1644:

1645:

1646:

1647:

1648:

I. Dreissigjähriger Krieg 1618 1648.

Feldzug in Böhmen und Nieder-Oesterreich;

.Lu Eöhnien, jfäürt?n, Nieder-Oesterreich, denn gegen Bethlen Gabor in Ungarn ;

in Oesterreich, Böhmen und Ungarn ;

in Ungarn. Mähren und in der Rhein-Pfalz ;

in der Rhein-Pfalz ;

in Deutschland und Ungarn ;

in Ungarn (bis Mai) ;

in Nord-Deutschland (gegen Dänemark) ;

in Nord-Deutschland, Mähren und Ungarn, gleichzeitig Bauern- aufstand in Ober-Oesterreich ; in Nord-Deutschland ;

in Nord-Deutschland (Pommern-Mecklenburg) ; in Nord-Deutschland, gleichzeitig Tkeilnahme an einem Hilfs- zuge für Polen gegen Schweden, endlich in Italien1) ; in Nord -Deutschland (gegen Schweden), dann in Italien2): in Deutschland ;

in Deutschland und in den Niederlanden (Theilnahme Frank- reichs am Kriege) ; in Deutschland und im Eisass ; in Deutschland ;

in Deutschland, im Eisass und in der Lombardie ; am Khein, in Nord-Deutschland, in den Niederlanden und Nord-Frankreich ;

in Nord-Deutschland, am Ober-Rhein (Franche-Comte) ; in Nord-Deutschland, am Rhein und in den Niederlanden ; in Böhmen, Sachsen und in den Niederlanden ; in Böhmen, Schlesien und in Nord-Deutschland ; in Nord-Deutschland und in den Niederlanden : am Rhein, in Nord-Deutschland und in Mähren (Schlesien); in Süd-Deutschland und am Ober-Rhein, in Böhmen, Schlesien (Lausitz) ;

in Mähren, Schlesien, am Ober-Rhein, gleichzeitig in Ungarn (gegen Georg Räkoczi I.) ;

am Ober-Rhein, in den Niederlanden, Bayern und Böhmen (Mähren-Schlesien) ;

in Nord - Deutschland, am Rhein, in Mähren und Nieder- Oesterreich;

in Süd-Deutschland, am Nieder-Rhein. in Böhmen und Mähren; in Deutschland, den Niederlanden und in Böhmen.

1*

■) und 2) Siehe auch II. Mantuanischer Erbfolgestreit.

4

II. Mantuanischer Erbfolgestreit 1629 1630.

Kriegsj ahr 1629: Feldzug in Piemont und der Lombardie (Mantua); 1630 : dessgleicben.

III. Polnischer Anxiliar-Krieg 1657 1660.

Kriegsj ahr 1657 : Feldzug in Polen;

1658 : in Polen und Holstein ;

1659 : in Holstein und Pommern ;

1660 : in Nord-Deutschland.

IY. Kämpfe in Ungarn und Siebenbürgen 1658 1662.

Y. Erster Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1663 1664.

Kriegsjahr 1663: Feldzug in Nieder-Ungarn und an der Donau ;

1664 : in Ober- und Nieder-Ungarn.

Yl. Unterdrückung der Magnaten- Yersclnvörung 1670.

Kriegsjahr 1670: in Ober-Ungarn und an der steverisch-croatischen Grenze.

YII. Kuruzen-Krieg 1672 1682.

Kriegsjahr 1672 1679: Feldzug in Ober-Ungarn und an der Theiss ;

1680 : an der Waag, in Ober-Ungarn und an der schlesischen Grenze ;

1681 : an der Theiss ;

,, 1682 : in Ober-Ungarn1).

VIII. Krieg gegen Frankreich 1673—1679 (1678).

Kriegsjahr 1673: Feldzug am Nieder-Rhein ;

1674 : am Ober-Rhein und in den Niederlanden (Nord-Frankreich) ;

1675 : am Rhein, in den Niederlanden und in Nord-Deutschland ;

1676 : am Ober-Rhein ;

1677 : in Lothringen und in Nord-Deutschland ;

1678 : am Ober-Rhein.

IX. Zweiter Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683

bis 169S.

Kriegsjahr 16S3 : Feldzug in Ungarn (an der Donau) und in Nieder-Oester- reich, zuletzt auch in Ober-Ungarn;

,, 1684: an der Donau (Ofen), in Ober-Ungarn und in Slavonien;

., 1685: in Ungarn, in Croatien und Slavonien;

16S6 : in Ungarn und Siebenbürgen, dann in Croatien rmd an der

unteren Drau;

1687: in Croatien und an der unteren Donau (Drau);

,, 16S8: in Ober-Ungarn, an der unteren Donau, in Croatien und

Bosnien, endlich Siebenbürgen (an der Maros);

1639: in Bosnien, Serbien und an der unteren Donau;

1690: in Serbien, Siebenbürgen und Croatien;

,, 1691: an der unteren Donau (Save), an der Theiss und in Croatien:

Sehliesst an den Türkenkrieg 1683 1698 an.

0

Kriegsjahr 1692 : an der Theiss, Maros und in Croatien;

1693: im Banat, in Croatien-Bosnien;

,, 1694: an der unteren Donau;

1695 : im Banat und an der Save ;

,, 1696: im Banat und in Slavonien;

,, 1697 : in Croatien. an der unteren Donau und Theiss, in Ober-

Ungarn, endlich Zug nach Bosnien ;

,, 1698 : im Banat.

X. Zweiter Krieg gegen Frankreich 1689 1697.

Kriegsjahr 1689: Feldzug am Rhein;

1690: in den Niederlanden;

., 1691: in den Niederlanden:

1692: in Süd-Frankreich (Dauphine);

,, 1693: in Deutschland und in Piemont:

,, 1691: in Deutschland, den Niederlanden und Piemont:

,, 16951 standen kaiserliche Truppen am Ehein, jedoch fanden keine

1696) Zusammenstösse statt;

1697 : Feldzug am Ehein und in Spanien.

XI. Spanischer Erbfolgekrieg 1701 1713 (1714).

Kriegsjahr 1701 : Feldzug in Ober-Italien (im Mantuauischen und der Lom- bardie);

,, 1702: in Ober-Italien und am Ober-Rhein;

,, 1703 : in der Lombardie und Süd-Tyrol. dann Ober-Italien, am

Ober-Rhein, an der Donau und in Nord-Tyrol1) ;

,, 1704 : in Ober-Italien (Piemont und Lombardie), am Ober-Rhein.

an der Donau, in Nord-Tyrol und Ober-Öesterreich;

1705: in der Lombardie und Piemont, Deutschland (Bayern);

1706: in der Lombardie (Süd-Tyrol) und Piemont, am Ober-Rhein;

,, 1707 : in Ober-Italien und in der Provence, in Neapel, am Ober-

Rhein;

1708: in den Westalpen. in den Niederlanden, am Ober-Rhein und

in Spanien;

1709 : in den Westalpen, in den Niederlanden, am Ober- Rhein und

in Spanien;

,, 1710: in den Westalpen, im Kirchenstaate und Spanisch-Toscana,

in den Niederlanden, in Spanien, sowie am Rhein ;

,. 1711 : in Oher-Italien und Toscana, in den Niederlanden, Deutsch-

land und Spanien ;

1712: in Savoyen und Toscana, in den Niederlanden, Deutschland

und Spanien ;

1713 : in Deutschland.

XII. Die Raköczischen Unruhen 1703 1711.

Kriegsjahr 1703: Feldzug in Ober-Ungarn und Siebenbürgen;

1704: in Ober- und Nieder-Ungarn. Siebenbürgen;

1705 : an der Waag, in Nieder-Ungarn, an der oberen Theiss (Sieben-

bürgen) ;

; | in Nieder-Ungarn, an der Donau, Siebenbürgen ;

1708 : in Ungarn und Siebenbürgen ;

1709 : dessgleichen ;

1710: in Ober-Ungarn ruid an der Donau;

1711 : in Ober-Ungarn.

*) Gleichzeitige Kämpfe in Ungarn, siehe XII.

6

XIII. Krieg gegen die Türken 1716—1718.

Kriegsjahr 1716: Feldzug an der unteren Donau und im Banat, dann in Croatien ;

1717 : an der Donau und Save, in Siebenbürgen (Walachei), in

Croatien.

XIV. Krieg gegen Spanien (Quadrupel-Allianz) 1718 1720.

Kriegsjahr 1718: Feldzug auf Sicilien (Nordostküste);

1719: auf Sicilien ;

1720 : auf Sicilien (Westküste).

XV. Hilfszng der Kaiserlichen in Corsica 1731 1732.

XVI. Polnischer Thronfolgekrieg 1733 1735.

Kriegsjahr 1733: Feldzug in Ober-Italien (Kämpfe rnn die festen Plätze);

1734 : in Ober-Italien, Neapel und Sicilien, dann in Deutschland am

Ober-Rhein) ;

1735 : in Ober-Italien, auf Sicilien, in Deutschland (am Rhein und

an der Mosel).

XArII. Krieg gegen die Türken 1737 1739.

Kriegsjahr 1737: Feldzug in Croatien, Bosnien. Serbien und der Walachei; 1738 : in Croatien und im Banate (untere Donau) ;

1739 : an der Donau und im Banate.

XVIII. Oesterreichischer Erbfolgekrieg 1710 1718.

Kriegsjahr 1740: Feldzug in Schlesien (gegen Preussen) ;

1741 : in Schlesien. Ober-Oesterreich und Böhmen (gegen Bayern

und Frankreich) ;

1742 : in Böhmen, in Ober-Oesterreich, Bayern, dann in Ober-Italien

(gegen Spanien) ;

1743 : in Süd-Deutschland, am Main, in Böhmen, in Ober-Italien :

1744 : am Rhein, in Böhmen (Schlesien), in den Niederlanden und

in Ober-Italien ;

1745 : in Bayern, Böhmen-Sachsen, am Nieder-Rhein. Ober-Italien :

1746 : in den Niederlanden, Ober-Italien und der Provence ;

1747 und 1748: ebendort, anschliessend an jenen in Ober-Italien ein

Hilfszug nach Corsica1);

XIX. Siebenjähriger Krieg 1756 1763.

Kriegsjahr 1756 : Feldzug in Böhmen ;

1757 : in Böhmen, Sachsen und Schlesien, dann im nordwestlichen

Deutschland ;

175S : in Mähren und Sachsen ;

1759 : in Schlesien, Sachsen und der Lausitz ;

1760: in Sachsen und Schlesien ;

1761: in Böhmen, der Lausitz und Schlesien ;

1762 : in Schlesien und Sachsen.

’) Der grössere Tlieil wurde von den Piemontesen beigestellt, von kaiserlicher Seite nahm nur ein Bataillon an dieser Expedition theil.

7

XX. Bayerischer Erbfolgekrieg 1778 1779.

Kriegsjahr 1778: Feldzug in Böhmen (Mähren und Schlesien);

1779 : in Mähren und Schlesien.

XXI. Unterdrückung des Aufstandes der Walachen in Sieben- bürgen 1784 1785.

XXII. Krieg gegen Holland (Scheldekrieg) 1784 1785.

XXIII. Krieg gegen die Türken 1788 1790.

Kriegsjahr 1788: Feldzug im Banat, in Croatien (Bosnien-Serbien), in Galizien und der Moldau, endlich in Siebenbürgen ;

,, 1789 : im Banat und an der Donau, in Croatien, in der Moldaxt-

Walachei, in Siebenbürgen;

1790 : in Croatien (Serbien) und in der AValachei.

XXIT. Brabanter Unruhen 1789—1790.

Kriegsjahr 1789 : Feldzug in Brabant ;

1790 : in den Niederlanden und im Luxemburgischen.

XXY. Erster Krieg gegen Frankreich 1792 1797.

Kriegsjahr 1792 : Feldzug in den Niederlanden, in der Champagne und in Deutschland (am Ober-Rhein) ;

1793 : in den Niederlanden , in Deutschland und in Ober - Italien

(Savoyen und der Riviera) ;

,, 1791 : in den Niederlanden und im Luxemburgischen, in Deutsch-

land, in Ober-Italien ;

1795 : in Luxemburg, in Holland, am Rhein (Nieder- und Ober-),

dann an der Riviera ;

1796 : in Deutschland , in Ober-Italien (Piemont, der Lombardie)

und Tyrol.

1797 : in Deutschland, Italien, Inner-Oesterreich und Tyrol.

XXVI. Zweiter Krieg gegen Frankreich 1799 1801.

Kriegsjahr 1799 : Feldzug in Deutschland, Nord-Tyrol xmd der Schweiz, in Ober-Italien und Stid-Tyrol ;

,, 1800 : in Deutschland und Salzburg-Ober-Oesterreich, dann in Ober-

Italien (an der Riviera,) und in der Provence, in Piemont und der Lombardie, endlich in Tyrol.

1801 : in Ober-Italien und Stid-Tyrol.

XXYII. Dritter Krieg gegen Frankreich 1805.

Kriegsjahr 1805 : Feldzug in Deutschland (Oesterreich und Steyermark), in Oesterreich xmd Mähren, in Ober-Italien, Tyrol und Liner- Oesterreich.

XXYIII. Vierter Krieg gegen Frankreich 1809.

Kriegsjahr 1809: Feldzug in Deutschland (Bayern xmd Oesterreich), in Italien, Tyrol xmd Inner-Oesterreich. Dalmatien, Croatien, dann Ungarn , endlich in Polen und Galizien.

8

XXIX. Krieg gegen Russland 1812.

XXX. Die Befreiungskriege 1813 1815.

Kriegsjahr 1813: Feldzug in Deutschland (Böhmen, Sachsen) und an der französischen Grenze, in Inner-Oesterreich. Italien. Istrien, Dalmatien, endlich in Tyrol ;

1814 : in Nord- und Süd-Frankreich, Ober-Italien (im Venezianischen und am unteren Po), dann in Dalmatien ;

1815 : in Ober-Italien (gegen Neapel), am Rhein und in Frankreich.

XXXI. Intervention in Neapel 1821.

XXXII. Unterdrückung der Unruhen in Piemont 1821.

XXXIII. Occupation der Herzogthiimer Modena, Parma und der

Legationen 1831.

XXXIT. Repressalien - Gefechte gegen die Bosnier 1835—1836. XXXY. Repressalien- Gefechte gegen die Montenegriner 1838. XXXYI. Expedition der kaiserlichen Flotte «ach Syrien 1840. XXXYII. Repressalien-Gefechte gegen die Bosnier 1845. XXXYIII. Unterdrückung der Unruhen in Galizien 1846. XXXIX. Die Revolutions- Jahre 1848 1849.

Kriegsjahr 1848: Unterdrückung der Aufstände in Wien. Prag, Lemberg. Feldzug in Ober-Italien und Süd- Tyrol. in Nieder- Ungarn, im Banat, an der Donau und in Siebenbürgen :

1849 : Feldzug in Piemont, im Venezianischen (Venedig), in Toscana

und im Römischen, in Ungarn :

a) Winter-Feldzug, au der Waag, in Ober-Ungarn, an der Theiss und in Siebenbürgen.

b) Sommer-Feldzug, an der Donau. Theiss. im Banat, in Siebenbürgen und der Bukowina (Walachei).

XL. Aufstellung gegen Preussen 1850.

XLI. Unterdrückung des Aufstandes in Parma 1854. XLII. Occupation der Donau-Fürstenthümer 1855 1857.

(ohne activ an dem Orient-Kriege theilzunehmen .

XLIII. Krieg gegen Frankreich und Piemont 1859.

Kriegsjahr 1859 : Feldzug in Ober-Italien. Tyrol und Dalmatien.

9

XLIV. Krieg gegen Dänemark 1864.

Kriegsj ahr 1864: Feldzug in Schleswig-Holstein und Jütland, Kämpfe der Flotte in der Nordsee.

XLV. Krieg gegen Preussen und Italien 1866.

Kriegsjahr 1866: Feldzug in Böhmen, Mähren und Ungarn (Nieder-Oesterreich), in Itahen. Tyrol und dem Küstenlande, in Mittel-Deutschland, endlich zur See auf dem Adriatischen Meere.

XLYI. Bekämpfung des Aufstandes in Süd-Dalmatien 1869 1870. XLYII. Occupation yon Bosnien und der Hercegoyina 1878.

XLYIII. Bekämpfung des Aufstandes in der Hercegoyina und in Süd-Dalmatien 1881 1882.

XLIX. Theilnalnne an der Besetzung der Insel Kreta 1897.

,

*

'

Entwicklung des stellenden Heeres

in den

Ländern des Hauses Habsburg.

JUas Princip. auch im Frieden Truppen in festen Verbänden zu unter- halten, ein „stehendes Heer” als eine Staatsnotliwendigkeit anzuerkennen, fand für die Länder des Hauses Habsburg den ersten gesetzlichen Ausdruck durch die Resolution Kaiser Ferdinand HI., vom Jahre 1649. in welcher verfügt wurde, dass von den in den langen Kriegsjahren, welche nun mit dem wxest- phälischen Frieden endlich einen Abschluss gefunden hatten, durch Werbung errichteten Regimentern. 9 Regimenter zu Fuss (darunter die heutigen Infanterie- Regimenter Erzherzog Carl Stephan Kr. 8 und Georg Prinz von Sachsen Kr. 11), dann 9 Regimenter zu Ross, wie die Cürassiere benannt wurden und ein Dragoner- Regiment (darunter die heutigen Dragoner - Regimenter Graf Montecuccoli Kr. 8 und Fürst Liechtenstein Kr. 10), auch im Frieden dauernd stehen bleiben sollten.

Diese Truppen ergänzten sich auch weiterhin durch freie Werbung, sie waren keine Landesleistungen, weder in den Erblanden, noch in Ungarn. Alle übrigen im Verlaufe des Krieges aufgestellt gewesenen Regimenter wurden aufgelöst.

Das Fussvolk jener Zeit, „die Regimenter zu Fuss”,' unterschieden sich nach der Bewaffnung, jedoch nur innerhalb eines jeden Regiments, in mit Piken Bewaffnete, „die Pikeniere” und in „Musketiere”, welche eine schwere Muskete mit Luntenschloss trugen.

Die Reiterei gliederte sich in „Cürassiere” und „Dragoner”. Erstere, die schwere Reiterei bildend, waren fast vom Kopfe bis zum Pusse in Eisen gehüllt, doch verminderten sich diese Rüstungsstücke in der zweiten Hälfte des 17. Jahr- hunderts dergestalt, dass nur der Helm und der Ciirass blieben. Ausserdem trug der Cürassier einen geraden, breiten Degen (Pallasch) und Pistolen.

Die an Stelle der früheren Arquebusiere getretenen Dragoner, waren auch zur Führung des Feuergefechtes zu Fuss bestimmt, daher ohne alle Schutzwaffen und mit einer Muskete versehen.

Die leichte Reiterei war in der zweiten Hälfte des 30jährigen Krieges vor- zugsweise durch die sogenannten „Croaten” vertreten, unter welchem Namen man alle in den heutigen Ländern der migarischen Krone Angeworbenen ver- stand (der Karne „Husar” kam damals noch nur in vereinzelten Fällen vor).

Die Croaten hatten in der Regel keine Schutzwuiffen, sondern nur Cara- biner und Säbel, überhaupt keine geordnete Fechtweise, sie warfen sich in irregulären Schwörmen auf den Feind und dienten besonders für den kleinen Krieg und Vorposten-Dienst.

Das Geschütz-Material war ein sehr vielfältiges.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war der Stand des Heeres, auf dessen Entwicklung Feldmarschall Graf Mont ecuccoli durch längere Zeit leitenden Einfluss nahm, ein in Folge der mehrfachen Kriege, welche in diese Periode fallen, vielfach wechselnder. Es fanden zahlreiche Heu-Aufstellungen von Regimentern statt, denen nach jedem Friedensschlüsse bedeutende Armee- Reductionen folgten ; so betrug z. B. 1659 der Stand an Fussvolk 35 Regimenter, 1661 (Frieden von Oliva) 10 ; im Feldzuge 1664 in Ungarn standen 20 Regimenter, welche nach dem Frieden von Vasvar wieder auf 12 herabgesetzt wurden;

- 14

1679 bestanden davon 21 und verblieben nach dem Frieden von Kymwegen 11 auf dem Fusse.

Unter den während des Türken-Krieges 1683—1698 aufgestellten Regi- mentern zu Fuss befanden sich auch drei ..Hayducken-Regimenter” 1 ). welche Benennung für das ungarische Fussvolk nunmehr üblich wurde2), doch fielen dieselben theils noch vor. theils nach dem Carlowitzer Frieden der Auf- lösung anheim. Die Zahl der Regimenter zu Fuss betrug 1698 bereits 37.

In der Bewaffnung des Fussvolkes verschwanden die Pike und die etwa noch getragenen Schutzwaffen gegen Ende des Jahrhunderts gänzlich, die Muskete wurde durch die Bajonnettfiinte ersetzt.

Endlich erscheinen in jedem Regiment eine Anzahl mit Handgranaten ausgerüsteter Soldaten, ..die Grenadiere” (8 Mann per Compagnie).

Aehnliche Verhältnisse ergaben sich bei der Reiterei, welche 1664 z. B. 17 Regimenter, nach dem Frieden von K ymwegen deren nur 13 zählte, (grösster Stand 1678 mit 26 Regimentern).

Eine wichtige Massregel traf Kaiser Leopold I. 1688 durch die Er- richtung regulärer ..Husaren-Regimenter”, welche nunmehr von den Croaten gänzlich abgetrennt wurden3).

Aus dieser Zeit der ältesten Husaren-Regimenter stammen die gegen- wärtigen Regimenter Graf Hadasdy Kr. 9 und Graf Pälffy Kr. 8.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts, beziehungsweise des spanischen Erbfolge- krieges bestand das kaiserliche Heer aus: 29 Regimentern zu Fuss. 18 Cürassier-. 9 Dragoner- und 2 Husaren-Regimentern.

Die Artillerie, wie bisher noch nicht als Truppe organisiert, enthielt alle Elemente welche heute die Feld-. Festungs- und Zeugs- Artillerie bilden, ebenso jene für den Dienst der Genie-Waffe (Schanzarbeiter u. dgl.).

Für letzteren bestanden nur in den einzelnen Kriegen Corps von Ingenieur- Officieren zur Leitung von Belagerungen u. s. w.

In den ersten Jahren der nächstfolgenden Periode, welche man füglich nach dem Helden jener Zeit, dem Prinzen Eugen von Savoyen, die „Eugenische” nennen kann, wurden die „deutschen” Regimenter zu denen auch die in Böhmen, Mähren und Schlesien geworbenen Regimenter zählten der eigentliche Kern des Heeres ; dann 1702 auch 3 Hayducken-Regimenter aufgestellt, welche später in Eines verschmolzen, das älteste der noch dermalen bestehenden ungarischen Infanterie-Regimenter (gegenwärtig von Probszt Kr. 51 bilden.

Ebenso wurde zu Beginn des spanischen Erbfolgekrieges die Zahl der Husaren-Regimenter vorübergehend auf 8 erhöht, 1706 aber wieder auf 5 be- schränkt.

Hach wiedergewonnenem Frieden erklärte der ungarische Landtag, der sich 1715 in Pressburg versammelt hatte, im Articel V1H zum ersten Male feierlich, „dass die bisherige Insurrection in Ungarn zur Yertheidigung des Reiches nicht genüge, dass man daher einer regulata militia. welche sowohl aus Eingeborenen, als Ausländern bestehen könne, bedürfe : dass zu diesem Zwecke Geldbewilligungen notliwendig seien, über welche in den weiteren Landtagen verhandelt werden solle”.

Die Zahl der in Ausführung dieser Beschlüsse von Ungarn zu unter- haltenden Truppen beschränkte sich anfänglich auf das schon erwähnte, nun- mehr auf dem Fusse der übrigen Regimenter formierte Hayducken-Regiment und 5 Husaren-Regimenter, welche in Hinkunft stets durch freie Werbung im Lande auf dem vorgeschriebenen completen Stande zu erhalten und vom Lande zu besolden waren.

In den deutschen Erblanden hatte in dieser Zeit nebst der Werbung, auch die Abstellung von Recruten durch die Länder Platz gegriffen.

J) Niclas Pälffy, Molnär und Prascliinsky.

2) Die in früheren Kriegen (1664) zeitweilig aufgestellten, im Vereine mit den Truppen des stehenden Heeres kämpfenden derartigen Abtheilungen, theds zn Fuss. theils zu Pferd (Miliz-Husaren), waren eigentlich nur Bestandtheile der von Ungarn verfassungsgemäss beizustellenden Insurrections-Truppen (Adelige und Portal-Miliz', bildeten aber keineswegs einen ßestandtheil des stehendes Heeres.

3) An Croaten-Regimentern zuPferd standen in einzelnen Jahren dieser Periode die Regimenter Lubetieli, Kuschenitz. Collalto. Kery. Ricciardi und Lodron in t erweudung.

15

Die früher erwähnten Grenadiere wurden 1701 in eigene Compagnien zusammengezogen, 1711 in jedem Regimente eine zweite solche aufgestellt.

Ebenso wurde 1715 bei jedem Cürassier-Begimente eine Carabinier-, bei jedem Dragoner-Regimente eine -Grenadier-Compagnie zu Pferd errichtet ; an technischen Truppen endlich 1716 eine Mineur-Compagnie1).

Nachdem noch nach dem Frieden von Rastatt einige bisher unter Carl VI. (III.) in spanisch-habsburgischen Diensten gestandene, theils spanische, theils italienische (mailändische und neapolitanische), theils niederländische National -Regimenter in kaiserliche Dienste übernommen worden waren, betrug am Ende jenes Krieges, welcher, von Held Eugen glänzend geführt, den Uebergriffen der Türken ein Ziel setzte (1716 1718), die Stärke des kaiserlichen Heeres, die niederländischen National-Regimenter nicht eingerechnet: 47 deutsche Regimenter zu Fuss, 1 Hayducken-Regiment, dann 5 spanisch-italienische Regimenter zu Fuss (dazu noch 2 Schweizer Regimenter, seit 1701 im kaiser- lichen Solde stehend)2).

An Reiterei zählte das kaiserliche Heer 22 Cürassier-Regimenter, worunter zwei, 17 Dragoner-Regimenter, worunter 8 spanisch-italienische, dann 5 Husaren- Regimenter.

Einen weiteren Bestandthe.il bildeten die Aufgebote der croatischen und slavonischen Grenze, sowie raizische und siebenbürgische Milizen.

Die Artillerie zählte zwischen 200—300 Geschütze.

In Folge der eingetretenenArmee-Reductionl720 1721. Reorganisation der spanisch-italienischen und niederländischen National-Regimenter3), Aufstellung- neuer Regimenter anlässlich des polnischen Erbfolgekrieges, unter welch letzteren sich 2, zum grossen Theile auf eigene Kosten der betreffenden Inhaber- in Ungarn aufgestellte „Infanterie-Regimenter”4 5), wie überhaupt die Re- gimenter zu Fuss jetzt genannt wurden, dann 6 Husaren-Regimenter befanden8), sowie in Folge theilweiser Armee-Reduction nach Beendigung des erwähnten Krieges, zählte die kaiserliche Armee bei dem Tode Kaiser Carl VI. (als König von Ungarn Carl IH.) im Jahre 1740 : 52 Infanterie-, 18 Cürassier-, 14 Dragoner-, 8 Husaren-Regimenter.

1741, als ländergierige Nachbarn sich anschickten, der edlen Kaisertochter Maria Theresia das Erbe ihrer Väter zu entreissen, bewilligten die Stände Ungarns ausser der verfassungsmässigen Insurrection, die Aushebung von 21.600 Mann zur Formierung von sechs neuen Infanterie-Regimentern6), ebenso wurden 1741 1742 in diesem Königreiche drei Husaren-Regimenter neu er- richtet 7).

Im Laufe des sich nun entspinnenden österreichischen Erbfolgekrieges wurden ausserdem noch zwei Infanterie-Regimenter in den Niederlanden, je eines in Italien und Graubündten, eines, „das Tyroler Land- und Feld- Regiment” 8) in Tyrol neu aufgestellt, endlich im siebenjährigen Kriege ein ungarisches Infanterie-Regiment9), ein Dragoner- und zwei Husaren-Regimenter

') Später auf 4 Compagnien gebracht. Mineur-Brigade genannt.

2) Die in verschiedenen Perioden, theils als Mieth-Regimenter, theils ganz in kaiser- lichen Dienst übernommenen Regimenter fremder Souveraine , werden hier nicht be- rücksichtigt.

3) Aus denselben wurden 2 italienische und 3 niederländische (Wallonen-) Regimenter zu Fuss, nach dem Fusse der übrigen Regimenter, dann 1 Cürassier- und 1 Dragoner- Regiment gebildet.

4) Es waren dies die Regimenter Leopold Pälffy, jetzt Erzherzog Franz Ferdinand Nr. 19 und Vettes, jetzt Wilhelm I., deutscher Kaiser und König von Preussen Nr. 34.